Das Vorurteil: Gabbers = Rassisten

Mit kurzgeschorenen Haaren oder Glatze, Bomberjacke und v.a. Lonsdale-Kleidung (dies zählt zum Outfit einiger Gabbers), ist es eigentlich nicht verwunderlich, das viele (programmierte) Normalbürger denken, das Gabbers Rechtsradikale/-extremisten oder Neonazis, also Rassisten, seien. Gelten solche Frisuren und v.a. die Kleidung in der breiten Öffentlichkeit ja quasi als typische Erkennungsmerkmale solcher Leute. Darüberhinaus ist es eine Tatsache, das es einige Möchtegern-Gabbers gibt (vor allem im Ruhrgebiet), die wenig bis keine Ahnung von der Szene haben und fälschlicherweise sogar denken, das Rassismus oder Nativismus ("Ausländer raus"-Einstellung, jedoch ohne Rassismus verbunden) zum "Gabber sein" dazugehören. An dieser Stelle findet ihr einige Fakten, weshalb ein wahrer Gabber nicht rassistisch oder nativistisch gesinnt sein kann. Die unten angegeben Quellen beziehen sich nur auf unverlinkte Klammerzahlmarkierungen im Text.

1.
Gabbers haben seit der Entstehung der Szene im Jahre 1991 in Rotterdam, nichts mit Rassismus, Rechts- und Linksradikalismus/-extremismus, Neonazismus und Nativismus zu tun. (1)

2.
Es gibt/gab einige Musiker, DJs und MCs/Rapper in der Gabberszene, die schon aufgrund ihrer Abstammung keine Nativisten oder Neonazis sein können (v.a. keine Slawen, Juden und Schwarze, denn diese zählen u.a. zu den Feindbildern der Neonazis), wie z.B. der Deutsche Marc Trauner (alias Marc Acardipane), dessen Großvater Georgio Italiener ist (2), Leute mit asiatischen Vorfahren wie z.B. Laurent Hô, DJ Sharpnel, Bonehead, Akira, DJ Chucky, Animal Intelligence und DJ Inyoung sowie Paul Roger Elstak (der übrigens 1992 WestBams und Marushas "The Mayday Anthem" sowie 1994 Marushas Track "Trip To Raveland" remixte), DJ Gizmo und DJ Rob, die alle drei indonesische Vorfahren haben (3), schwarze Leute wie z.B. MC R.A.W. und MC RTSier (beide wirk(t)en beim Act Rotterdam Terror Corps mit), The Dark Raver (alias The Parkneger), Bass-D, Radium (1), Jeff "Abraxas" Porter, MC Ruffian, Shoko (Ex-Mitglied von Nordcore GMBH), DJ Jordens, Urban Menace (4), DJ Mongoose, Dick Rules (1), MC Mouth Of Madness, The Dark Twins, Nexes, MC Alee, The Ultimate MC (alias The Unknown MC) (1, 2, 3) und D-Qwest, Miroslav Pajic (alias Miro, E-Man, Stickhead, Steve Shit etc.), dessen Vater Serbe ist (5), die polnischen Brüder DJ Ron und Baby Raw (6), die Russen DJ Earmack, Ki-Real, DJ Antikillah und DJ Zealot, der Türke MC Syco, Leute mit marokkanischen Vorfahren wie DJ Anas, Hassan Annouri alias Fast H (siehe auch Punkt 16 und hier) (7), Miss Flower und Goetia, die Spanier Kim Junior, Javi Boss und Ruboy, Leute mit italienischen Vorfahren wie z.B. The Stunned Guys, Lenny Dee (s.u.), Jappo, Randy und Art Of Fighters sowie der jüdischstämmige Dov J. Elkabas alias The Prophet/The Masochist (8). Desweiteren waren bis auf den Franzosen Dr. Macabre (Guillaume Leroux, der übrigens vor einigen Jahren beim Track "Heartbeat" von Blank & Jones mitwirkte), alle Mitglieder des frankfurter Kultlabels Planet Core Productions (PCP) in Deutschland geborene "Mixausländer" (Zitat von Marc Acardipane), der einzige "richtige" Deutsche war Pan Springer alias P.A.N. (9), der auch an dem Reimroboter-Videoclip des frankfurter afrodeutschen Rappers Tone (Teil der Gruppe Konkret Finn, die bereits 1993 mit "Ich diss dich" deutschen Gangsta Rap veröffentlichte - auf der PCP-/Dance Pool-Compilation "Frankfurt Trax Volume 4" bzw. 1994 auf dem PCP-Sublabel No Mercy Records) beteiligt war.

Desweiteren passen Leute wie der schwule Produzent Jeroen Flamman (10) (Mitglied der Party Animals, die übrigens die bekannteste Version des Tracks "I Wanna Be A Hippy" des britischen Duos Technohead produzierten, dessen Videoclip auch hierzulande Mitte der 90iger im Musikfernsehen ausgestrahlt wurde), der auch auf dem Label Mokum Records veröffentlicht hat (s.u.) und der 2001 an Lungenkrebs verstorbene belgische DJ und Produzent Liza 'N' Eliaz ("Queen Of Terror", ungeklärt ob androgyn oder- inter- oder transsexuell) aufgrund ihrer sexuellen Ausrichtung ebenfalls nicht in das Weltbild des Nationalsozialismus.

3.
Leute, die Polen als "rassisch minderwertig" ansehen sowie Nativisten würden keine Hard Dimensions-Partys in der polnischen Diskothek ("Polska Dyskoteka") Sobieski in Bochum veranstalten (1).

4.
Das niederländische Wort "Gabber", ausgesprochen "chabböhr" (klingt schnell ausgesprochen manchmal wie "chabböh"/"chabba"), mit einem "ch" wie in dem Wort "Buch", leitet sich vom jiddischen und hebräischen Wort "Khaver" (was Freund bedeutet, Aussprache siehe hier) ab (11).

5.
Es existieren mehrere antirassistische Hardcore Techno-Tracks (und Tracks anderer Musikrichtungen von Produzenten, die Hardcore Techno-mäßig aktiv sind/waren) und Veröffentlichungen, die da wären:

  • Alec Empire - Hetzjagd (auf Nazis!) (YT) und Anti-Nazi-Soulfood ("Anti-Nazi-Seelenkost"; enthält ein Vocalsample aus "The Far Side Of The Hill" des schwarzen Musikers Harry Belafonte)
  • Nero (Alec Empire) - Youth Against Racism (YT) ("Jugend gegen Rassismus")
  • Chosen Few - Chosen Anthem (Against Racism) ("Chosen-Hymne (Gegen Rassimus)"; enthält ein antirassistisches "There is no racial bigotry here!"-Vocalsample ("Hier gibt es keine rassische Engstirnigkeit!") aus dem Antikriegsfilm "Full Metal Jacket" von Stanley Kubrick)
  • Exit 100 (Thomas P. Heckmann) - German Nazis Fuck Off! ("Deutsche Nazis, verpisst euch!")
  • MC R.A.W. - We Who Are Oppressed (Auszug des Songtexts: "The KKK drives me wild!" - Der KKK (Ku Klux Klan) macht mich wahnsinnig!)
  • Frozen Orange Project (DJ Tandu alias Assi und Black Nero, siehe Punkt 10) - Stop Racism ("Stopp' Rassismus")
  • Atari Teenage Riot - Kids Are United (YT) (Auszug des Songtexts: "The kids all unite and they'll never be divided. Play this game right, no difference between black and white, difference between young and old!" - Die Kids halten alle zusammen und sie werden niemals getrennt sein. Sie spielen das Spiel richtig, kein Unterschied zwischen schwarz und weiß, kein Unterschied zwischen jung und alt!) und Hunt Down The Nazis (Live In Washington DC 1997) ("Erlegt die Nazis"...)
  • Party Animals feat. MC Rob Gee - Die Nazi Scum (YT) ("Stirb, Naziabschaum", enthält einen antirassistischen Songtext sowie ein Sample aus "La Di Da Di" der schwarzen Rapper Doug E. Fresh & M.C. Ricky D: "This type of shit happens everyday" - Diese Scheiße passiert jeden Tag)
  • Nasenbluten - Ku Klux Cunts ("Ku-Klux-Fotzen")
  • Bazooka - Waz gibtz noyze ? (FukDaNazisMix) (YT) (... "(ScheißNazisMix)")
  • Micropoint - Anti Nazi Vendetta ("Blutrache gegen Nazis")
  • DJ Freak vs. Noize Creator - The Anti Nazi Pack ("Das Anti-Nazi-Bündel")
  • Noize Creator - Nazis Are A Waste Of Flesh ("Nazis sind verschwendetes Fleisch")
  • DaftN0!ze - 30sec Nazi Killer ("30-sekündiger Nazitöter", der Track dauert 30 Sekunden)
  • J.D.A. vs Bass-D & King Matthew - The Survivors Of Hardcore (Auszug des Songtexts: "No matter what colour, no matter what race. We only want the real hardcore people in the place!" - Die Hautfarbe oder Rasse spielen keine Rolle. Wir wollen nur die echten Hardcoreleute im Geschehen haben!)
  • VOA - Fas(ch)zination (enthält Samples aus Atari Teenage Riots "Hetzjagd auf Nazis ! (Live in Berlin 25.2.1994)", einer Live-Version von Alec Empires "Hetzjagd (auf Nazis!)"; Atari Teenage Riot ist seine Band)
  • m'KAyy - Fuck The NPD ("Scheiß NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands))
  • Elektrotot - Nazischeisser
  • I:gor - Anti Nazi Pill (Exum V2.5) ("Anti-Nazi-Pille"...)
  • Eiterherd - Nazi Bashing ("Naziklatschen")
  • Hellcore - Fuck The Nazism (YT) ("Scheiß Nazismus")
  • DJ Totschläger - Gegen Nazis
  • Outblast - Life Sentence For Mankind (Never Say Die) (YT) (Auszug des Songtexts: "Hardcore does not give a fuck about the colour of our skin or the way we dress!" - Hardcore schert sich einen Scheiß um unsere Hautfarbe oder die Art, wie wir uns kleiden!)
  • Hardcore United - Time To Make A Stand (YT) (Auszug des Songtexts: "So you say you like Hardcore? What you're killin' da scene for? Shut the fuck up! Make racism stop! Dumb motherfuckers, don't you understand?! Hardcore united, time to make a stand! The racist fuckers seem to be too dumb to understand it, if you wanna comprehend we must unite and make a stand." - Du sagst also, das du Hardcore magst? Wofür tötest du dann die Szene? Halt die Fresse! Stopp' Rassismus! Dumme Hurensöhne, versteht ihr es nicht?! Hardcore vereint, Zeit für eine Ansage! Die Rassistenarschlöcher scheinen zu dumm zu sein, um es zu verstehen, wenn du es erfassen willst, müssen wir uns vereinen und eine Ansage machen." Hymne der antirassistischen "Hardcore United"-Party, die am 25. Juni 2005 im niederländischen Eindhoven stattfand)
  • Skit (Stimme von Trauma XP) - Unterwanderung ("Von Zielen und Inhalten als (?) rechtsradikalen Gedankenguts distanziert sich die Fuckparade ausdrücklich und warnt vor der Gefahr, das rechtsradikale Gruppierungen Musikveranstaltungen durchführen, um indirekt für ihr Gedankengut anzuwerben.")
  • Stormtrooper (Peter Nitschke) - Beweg dich ! (mit MCK; Auszug des Songtexts: "Du blöde Nazifresse! Hey, fick dich, Mann!") und Fuck Everything (Auszug des Songtexts: "Fuck racism" - Scheiß Rassismus)
  • Sandy Warez - Against The Facism [sic] ("Gegen den Faschismus")
  • DJ Mutante - Nazi Redneck Assholes Fuck Off (YT) ("Nazi-Redneck-/-Proleten-Arschlöcher, verpisst euch!")
  • Scimmietta - No More Racism ("Nie mehr Rassismus")

    6.
    Ein Statement gegen Rassismus wurde bereits 1993 von Fred Berkhouts gegründetem amsterdamer Label Mokum Records ("Mokum" ist übrigens auch ein jiddisches Wort, das sich vom Hebräischen "Makom" ableitet, "Ort" bedeutet, aber auch als Name für Amsterdam benutzt wird) gemacht, indem die Verantwortlichen das in der Gabberszene heutzutage bekannte Logo United Gabbers Against Racism And Fascism (Vereinigte Gabbers gegen Rassismus und Faschismus) (1, 2) auf CDs sowie Vinyls (1, 2, 3, 4) des Labels druckten. Seit mehreren Jahren wird das Logo auch in geänderter Form (1, 2) auf Partyflyern verwendet (1, 2), um klarzustellen, das Rassisten auf Partys nicht erwünscht sind, worauf manchmal auch durch einen entsprechenden Text hingewiesen wird (1). Auf einigen Szeneseiten im Internet werden die neueren Logos auch benutzt. Die Labels 5th Gear und So-Real Records verwendeten das Logo von Mokum Records ebenfalls in veränderter Form (1, 2). Auch kann man ein Logo mit der Aufschrift "AGAINST NAZIS"/"FUCK NAZI SYMPATHY" ("GEGEN NAZIS"/"SCHEIß NAZISYMPATHIE") in einem Interview mit Stickhead (Miroslav Pajic, s.o.) des Magazins "Fall Out" betrachten. Desweiteren findet man im Booklet der CD "Ruffneck - Da True Core" (1997) einen antirassistischen Hinweis über sogenannte "Ruffneck-soldiers" (damit sind wahrscheinlich Fans und Produzenten des Labels Ruffneck Records gemeint): "Real Ruffneck-soldiers like us do not need or use drugs! We are not of violant behaviour and most important of all: we are no racists!!!" ([...] "und das wichtigste von allem: Wir sind keine Rassisten!!!"). Eine antirassistische Aussage ("Fuck Racism" - Scheiß Rassismus) findet man auch in einem Bild der Thunderdome 2005-Party. Zudem steht das Pseudonym "ANC" des Produzenten Daniel Schanze, für "Anti Nazi Core".

    7.
    Angebliche Neonazis würden wohl kaum Tonträger mit solchen Covern, Titeln und Botschaften veröffentlichen (klickt links auf die Bilder und achtet auch auf kleinere Abbildungen):

  • Hydraulik & Animal Intelligence - The Split EP
  • House Against Hate [Volume] 1 ("Tegen Vreemdelingenhaat" bedeutet übersetzt "gegen Fremdenhass")
  • House Against Hate [Volume] 2
  • Smash? feat. Fast H - Smash? (Remixes) (auf dem Cover ist ein schwarz/weißes "Explicit Lyrics/Parental Advisory"-Logo inkl. den Worten "so if ya' don't like it FICK DICH!" aufgedruckt, siehe auch Punkt 13)
  • Hocus Pocus 2 - Here's Johnny! (auf dem Plattenlogo steht "HEAVY AGAINST RACISM" - HEAVY GEGEN RASSISMUS)
  • Human Resource - Beyond The Edge (auf dem Inlay ist ein Logo zwei sich reichender weißer und schwarzer Hände und den Worten "The World United" - Die Welt vereint)
  • Juggernaut - The World Of The LSD-User
  • Megarave 93
  • The Reanimator - Bigger And Bolder
  • The Houseviking - The Beautiful World E.P. ("Ragga Beat (Ska Mix)")
  • Holy Noise - Hardcore Will Never Die
  • Masters Of Rave - Are You With Me? (She Likes To Pump It) (das Cover zeigt Michael W. Ward alias Bleeder, Dick Rules etc.)
  • Unbekannter Interpret - Napalm 3
  • The Best Of Rotterdam Records III
  • Xol Dog 400 - Trioxin ("Trioxin/Voodoo Part 1")
  • House Party 12 - The '94 Summer Of Love Edition - The Hardcore Ravemix By DJ Rob & DJ Paul
  • Rave The City Presents Happy Hardcore
  • Members Of Shockwave - Gabberdisco Vol. 1 und Dicke Eier Or: Escape From Gabberdisco
  • Party Animals - Hava Naquila (Melodie und Gesang basieren auf dem hebräischen Volkslied "Hava Nagila", man beachte auch den "jüdischen" Videoclip und die Happy Hardcore-Version von Scooter namens "Last Minute")
  • Hardcore 5 - Fight For Your Hardcore Right!
  • MC Rage - Fuck Macarena
  • Cellblock X - 303 Kibutz (siehe auch Kibbuz)
  • Hardcore Warriors
  • Bruyaa & Ozonic - Peace To Eazy (die Platte ist eine Widmung an den afroamerikanischen Rapper Eazy-E, der 1995 an Aids verstarb; der gleichnamige Track enthält Samples aus seinen Tracks "First Power" sowie "Wut Would You Do", letzterer zusammen mit Dirty Red)
  • Most Wanted Bootleg E.P. ("Beeper (Ace The Space Afro-Mix)")
  • Atari Teenage Riot - >>Delete Yourself!<< (auf dem Booklet steht: "naZiblondes FUCK OFF !!!" - Naziblondinen verpisst euch!!!)
  • Thunderdome XVI - The Galactic Cyberdeath
  • Gabbers voor Gabbers - Vandaag (das in die Platte eingravierte "Geen Rascisme", was eigentlich "Geen Racisme" lauten müsste, bedeutet "Gegen Rassismus")
  • Napalm Rave Vol.4
  • E-De-Cologne - Muff Munching
  • Boombastic - The Sound Of Now ("Boooom (Hip Hop On Precinet 58-Mix)")
  • Hardcore For Life
  • Rob Gee - Vitamin Gee
  • DJ Anas - The Flight Number One ("Afrocore")
  • The Headbanger - Are You Afraid Of The Dark ("Voodoo Magic")
  • Void Settler/Labyrinth - Amphibious Lemonade Strangling/Deceive The World To Rule The Planet ("MC Hammer's Local Crud Machine")
  • Promo + Korsakoff - Pressure On The Fakes + My Empty Bottle
  • MC Rage - Chains (und weitere CDs auf So-Real Records wie z.B. Hardcore For Life Part 4, Hardcore Champions League oder Samurai Compilation Chapter #2)
  • N-Vitral - Decadence ("Carnal Jesus")
  • DJ Antikillah and DJ Paul Sitter - Russian Mafia E.P.
  • C.S.R. - Welcome To... Terrorland - This Is Terror 6
  • This Is Terror Volume 7
  • Hellraiser - Claimed By Darkness
  • Rotterdam Records 100
  • Amiga Shock Force - Crush-Suicide EP ("HC Ragga Beat")...

    8.
    Der niederländische DJ und Produzent Daniël Leeflang (alias DJ Dano) arbeitete neben The Prophet (s.o.), auch mit dem Juden Z'EV (12) (Geburtsname: Sh'aul Z'ev bn Yakov bn Moshe bn Sha'ul (13)) zusammen und benutzte 1995 anlässlich der Fußballmeisterschaft von Ajax Amsterdam, das Pseudonym MC van Praag. Angelehnt ist dies wiederum an Jaap van Praag, der in den 70ern Vorsitzender von Ajax Amsterdam war und als Jude einst in einem Versteck die deutsche Besatzung im 2. Weltkrieg überlebte (14). Der ebenfalls aus den Niederlanden stammende Musiker und DJ Roel Schutrups benutzt seit mehreren Jahren das Pseudonym DJ Isaac (1). Beides Namen, die sich Neonazis wohl kaum geben würden, ebenso wenig wie DJ Abraham (1), MC Solomon (1; siehe auch Punkt 12), Moshe Dayhan (1) oder auch Uncle Bens. Neonazistisch gesinnte Leute würden sich außerdem nicht De Gipsy Gabbers (Die Zigeuner Gabbers) nennen, denn Zigeuner wurden ebenfalls im Nationalsozialismus verfolgt.

    9.
    Manche Szenelabels veröffentlich(t)en neben Hardcore Techno und anderen Musikrichtungen der Elektronischen Tanzmusik (Techno, Hard Trance etc.), von denen es natürlich auch einige Musiker gibt, die nicht in das Weltbild bestimmter Rassisten sowie Nativisten passen, sogar HipHop, der bei Neonazis wohl kaum große Anerkennung genießen dürfte. So veröffentlichte das Label Planet Core Productions (PCP) bereits 1990 mit "Born To Go", "Crackdown (12High-Mix)" und "Brother Del Ray (Alive And Loaded)" von Freebase Factory (bestehend aus Marc Acardipane und Thorsten Lambart alias Don Demon/Slam Burt) 3 HipHop-Tracks. Auf der CD-Version der Compilation "Frankfurt Trax Vol. 1 - House Of Techno" erschien ebenfalls noch der HipHop-Track "Fiesta del Suck" von Tres Hombres. Ein Jahr später wurden auf der Platte "The Futureworld E.P." von FBI (Free Base International) ein weiterer HipHop-Track namens "The Factory Of Free Base" und der Big Beat-Track (wenn man es so nennen mag) "The Futureworld (Giants Mix)", die beide Rap von Don Demon enthalten, veröffentlicht. Zusätzlich wurde im selben Jahr auf dem damaligen eigenen PCP-Unterlabel "Dope On Plastic" eine HipHop-Platte namens "To The Audience" von Al Rakhun feat. Bunker Youth veröffentlicht. Der Rapper Al Rakhun alias (Da) Germ ist ein sogenannter Afrodeutscher, der auch Mitglied des PCP-Acts Raw Power Organisation war, am Trance-Klassiker "No Fate" unter dem Pseudonym "Zyon" mitwirkte (der Track wurde auch von Sven Väth geremixt) und später Mitglied bei Brothers Keepers wurde. Man beachte auch seine Danksagungen an schwarze Rapper/Acts wie z.B. Rakim, Kool G Rap oder Public Enemy auf dem Rückseitencover der o.g. Platte. Der ebenfalls afrodeutsche Rapper D-Flame (und wie auch (Da) Germ, späteres Brothers Keepers-Mitglied) veröffentlichte mit "Hot Jungle" 1996 auf dem PCP-Unterlabel White Breaks Frankfurt einen (raplosen) Jungle-Track. D-Flames weitaus bekannterer Track "Sorry" mit dem Beginner-Mitglied Eißfeldt 65 alias Jan Delay aus dem Jahre 2000, sagt dem ein oder anderen vielleicht noch etwas. 1997 erschien noch die HipHop-Platte "All About Me" von No Sukkaz. Weitere HipHop-Tracks auf Labels, die eher für Hardcore Techno bekannt sind, sind "Representing Hardcore (Hip Hop Mix)" (Auszug des Songtexts: "Rotterdam Terror Corps - Gabber, Hardcore, HipHop, Heavy Metal - we don't give a fuck as long as it is "Hardcore"!" - Rotterdam Terror Corps - Gabber, Hardcore, HipHop, Heavy Metal - uns ist es scheißegal (im Sinne von "wir beschränken uns nicht auf eine Musikrichtung"), solange es "Hardcore" ist!" Der Track enthält Samples aus dem Gangsta Rap-Track "Natural Born Killaz" der schwarzen Rapper Dr. Dre und Ice Cube) und "Niks te maken (Blijdorp Posse Mix)" von Rotterdam Terror Corps (beide Megarave Records), "No More Bullshit" von Forze DJ Team (Forze Records), "Terror And Mayhem" von Old School Terrorists vs Mixelplix (Rotterdam Records; der Track enthält ein Sample aus dem Track "Mama Said Knock You Out" des schwarzen Rappers L.L. Cool J) und ein unbetitelter und versteckter (sog. "Hidden Track") HipHop-Track von DJ Paul feat. Blaka Pim & Ben Skeer auf dessen Album "Show No Fear" (Megarave Records). Auch der stuttgarter Act Gabberdealers veröffentlichte mit McMad einen HipHop- und gleichzeitigen Disstrack namens "Erhardt macht die SchwXXXe hart". Andere Labels wie z.B. ID&T, Things To Come Records, Shockwave Recordings oder Mokum Records beschränk(t)en sich ebenfalls nicht ausschließlich auf Hardcore Techno inkl. dessen Subgenres.

    10.
    Hätte z.B. Marc Acardipane (alias Alien Christ, The Mover, DB 600 etc.) etwas gegen Schwarze, hätte er wohl kaum folgende Botschaft auf seiner Platte "Of Suns And Moons" hinterlassen: "God bless Derek [sic] May and Transmat for creatin' future's music right now. Thanx to Suburban Knight for the influence." Derrick May und Suburban Knight sind nämlich beide schwarz. Wenn man sich seinen mit Lenny Dee (der übrigens 1998 in einem deutschen Fernsehwerbespot der Lenny Dee-Ausgabe der "Artist Pool"-Sample-CD-ROM von Magix zu sehen war, indem er als DJ vor mehreren Leuten, von denen welche auch schwarz sind, seinen Track "Forgotten Moments" auflegt) produzierten und unter dem Pseudonym Leathernecks veröffentlichten Track "Black Dog" anhört, müssten einem ebenfalls Zweifel aufkommen, der Track spielt nämlich humorvoll mit dem Klischee eines schwarzen Gangsters. Desweiteren kommt im Videoclip zu Interactives/Phenomanias Track "Who Is Elvis", aus dem Marc Acardipane ein Sample in seinem Techno-Track "What Is..? Fick Dich" (als Friends Of Alex) benutzte, ein Schwarzer vor und Leute wie z.B. Anne Clark, Moby, Sven Väth, U96, Scooter und DJ Dean hätten sich bestimmt nicht von ihm bzw. PCP remixen lassen (1, 2, 3, 4, 5, 6), wenn er/sie eine rassistische Gesinnung hätte(n). Außerdem arbeitete Acardipane u.a. mit den Schwarzen The Ultimate MC und Dick Rules (s.o.) zusammen und samplete Vocals von Schwarzen (siehe hier z.B. unter seinen Pseudonymen Nasty Django (siehe auch Punkt 13), The Mover & Rave Creator sowie Marshall Masters). Desweiteren war Marc Acardipane bereits 1991 auf der antirassistischen "No More Ugly Germans"-Compilation vertreten. Dies war jetzt nur ein Beispiel eines (antirassistischen) Szenemusikers.

    11.
    Es wäre ein Widerspruch, Neonazi zu sein oder "nur" Hass auf Schwarze zu hegen und in eigenen Hardcore Techno-Tracks Samples aus US-amerikanischen HipHop-Tracks (sowie Subgenres wie Gangsta Rap, Miami Bass etc., siehe auch meine Cover- und Sampledatenbank) von schwarzen Rappern und Gruppen wie z.B. Snoop Doog, Public Enemy, N.W.A. (Niggaz With Attitude), Dr. Dre, The 2 Live Crew, der schwarzen Ska-Musiker Dave & Ansel Collins und Symarip, dem schwarzen House-Musiker Farley "Jackmaster" Funk sowie Vocalsamples von Martin Luther King (z.B. das bekannte "I (still) have a dream" in "Another Dream" von DJ Isaac und "I Still Have X-Tasy" von Gabbers United, "now is the time" im gleichnamigen Track von Scott Brown vs. DJ Rab S oder "god is interested in the freedom of the whole human race"-Vocals in "Freedom" von Fraxion feat. Johnny 7) zu verwenden. Neben den sehr oft benutzen Vocals aus HipHop-Tracks, enthalten manche Szenetracks auch andere "schwarze Vocals", die möglicherweise aus Raggamuffin-Liedern stammen. Beispiele solcher Szenetracks sind "Ganjaman" (Wedlock), "Perdonament (Disco Frisco & DJ Inferno Mix)" (Papa San), "Bad Bwoy" (Nitrogen), "Dubplate Style" (Da Predator), "Bad Boy Style" (DJ Promo) und "Rude Boy Man" (DJ The Viper, siehe auch hier unter "Raggacore"). Claudius Debold (B.C.Kid) und Martin Damm (The Speed Freak) benutzten einst Vocalsamples der schwarzen Fernsehmoderatorin Arabella Kiesbauer sowie Gästen ihrer Talkshow (darunter auch WestBam) in den Tracks "Das Gehämmer" und "TV-Madness". Ein angeblicher Neonazi würde auch wohl kaum Vocalsamples von Homosexuellen benutzen. So enthält z.B. "Why" von Ace Cosmic (Zied Jouini) ein Vocalsample aus "Why?" der Gruppe Bronski Beat, dessen damaliger Sänger Jimmy Somerville schwul ist und enthalten Tracks von Gabbers United, Rotterdam Terror Corps, 50% Of The Dreamteam, Reactor, Rotterdam Termination Source und S.C.U.M. (The Speed Freak) Samples aus Liedern bzw. covern diese Vocals der Band Queen (siehe hier), dessen Sänger Farrokh Bulsara alias Freddie Mercury bekanntlich ebenfalls schwul ist. Desweiteren hört man im Track "Tina" von DJ Acesone die Lesbe Hella von Sinnen schreien: "Tina! Wat kosten die Kondome?". Das Vocalsample stammt aus einem älteren Anti-Aids-Werbespot der Kampagne "Gib Aids keine Chance". Außerdem samplete DJ Buzz Fuzz mehrfach Vocals des jüdischstämmigen (15) Komikers und Schauspielers Andrew Dice Clay. Zu hören sind diese in den Tracks "Howareyaaah", "The One Eyed Slut" und "Up & Down - Ballz" (letzterer unter dem Pseudonym "Pino D'Ambini").

    12.
    Neben Tracks mit Rapsamples, existieren ebenfalls Szenetracks mit selbstgemachtem Rap wie z.B. "Rave-O-Lution (Rough Mix)", "Fuck Them (Rap Version)" und "Dominator '96" (Human Resource), "We Who Are Oppressed" (MC R.A.W., s.o.), "Are You With Me? (She Likes To Pump It)" (Masters Of Rave; später auch als "Are You With Me (Energie Hallen Mix)" veröffentlicht), "Don't Leave Me Alone (Hardcore Version)" und "Rave On (DJ Paul's Forze Mix)" (DJ Paul Elstak), "On A Mission" und "Rofo's Theme" (Ultimate Buzz feat. MC Bee), "Where's The Hip Hop?" (Active Force), Unarmed And Dangerous (MC Hughie Babe, MC des Acts Klubbheads), "Mokum Madness" (Spoetnik, Rap von Mokum MC Lunatic), "You're Dealing With..." (Rotterdam Terror Corps), "Ruffbeat" und "Fresh Record Spins" (DJ Cybersnuff alias The Horrorist), "Lords Of The Hardschool" (DJ Paul & Rob feat. MC Hughie Babe), "Final Death" (Narcanosis), "Hardcore Power `97 (Waxweazle feat. MC Mouth Of Madness Rmx)" und "I'm The Voice Of Rave" (DJ Waxweazle), "All The Gabbers" (Darrien Kelly feat. MC Hughie Babe), "Rave Machine" (MC Rage), "Wir woll'n die Tschabos", "Hardcore Sex" und "3000Joints" (Tschabos), "Disciples Of Hardcore" (Guitar Rob presents Wap Squad Project), "Headbanger's Theme" (The Headbanger feat. Alee & Ruffian), "Sucker MC's" (Rob Gee feat. REP, der Rap basiert auf dem des gleichnamigen Tracks von Run-D.M.C.), "Call Me Syko" (Sykopath feat. REP), "Mind-C-ontroller" (Marshall Masters feat. SXX, SXX = Dick Rules), "P.T.P. Hardcore" (The Profiler / MC "H" etc.), "Hardstyle Suckers" (Hard SL) "Der Süden rockt", "Rap Whores" und "Beweg dich !" (Stormtrooper (Peter Nitschke) feat./& MCK, s.o.), "Why You Hate Me" (MC Rage), "What's Up With Life" (T-Junction & Osiris feat. MC Syco), "Sugar Daddy" (Digital Boy & MC Rage), "Fucking Fake Wannabees" (True Vandals), "Nocturnal Rituals" (The DJ Producer feat. MC Justice), "Apocalypse" (Headbanger ft. MC Mouth Of Madness), "Bassrave Anthem 2007" (Na-Goyah feat. Da T-MC), "Kick Den Scheiss Pervers [sic]" und "Rhymeflashah" (TerrorMasta feat. KO & Mc ChazerOne/TerrorMasta feat. MC ChazerOne), "Fight For Glory" (The Hitmen vs DJ J.D.A. feat. The Number One Sniper), "Boomshakalaka" und "Dominating" sowie "Brrr Stick'em" (Lenny Dee, Randy and The Sickest Squad/Lenny Dee + Randy + Sickest Squad), "Skull Dominion" (Rotterdam Terror Corps & Paul Elstak), "Time To Kill Another One" (Rotterdam Terror Corps & The Hitmen), "Raise It Up" (Tha Playah vs Evil Activities ft. MC Mike Redman) und "Ring Around The Pit (Brooklyn Bronx Mix)" (DJ Narotic vs Lenny Dee).

    Kurios: Der schwarze Rapper Pappa Bear (ältere Tracks wie "Cherish" oder "When The Rain Begins To Fall" sagen vielleicht dem ein oder anderen noch etwas, er ist übrigens der Bruder von Daisy Dee) hat 1993 den Rap in den Szenetracks "Brainwashkiller" sowie "Kiss The Ground" von T.N.T. gemacht (16) und darüberhinaus die Platte "Suck My Dick" (unter dem Pseudonym June) auf European Rave Records, einem Unterlabel von ID&T, veröffentlicht. Es existieren weiterhin Hardcore Techno-Tracks wie "Rude Boy Ragga" und "Keep It Movin' (Gangsta Rhyme)" von DJ Dione und "All We Want Is Hardcore" von Chico Chipolata vs. DJ Waxweazle feat. MC Da Mouth Of Madness, die Ragga-mäßige Vocals von MC Solomon bzw. MC Da Mouth Of Madness enthalten sowie härtere Tracks mit Rap, die keine Hardcore Techno-Beats besitzen, aber von Musikern produziert wurden, die im Hardcore Techno-Bereich tätig waren, wie "House On Fire" und "Beast On The Loose" (Motion 1, Rap von Alex T.) oder "Hardcore To Da Bone (Radio Edit)" (Masters Of Ceremony).

    13.
    Einige Wörter aus dem afroamerikanischen Englisch (sog. Ebonics) wie z.B. da, biatch, cha, dis und ya sowie Slangwörter/-schreibweisen, die oft auch in der HipHop-Szene vorkommen, tauchen in Interpretennamen und Tracks der Szene auf: Da Asskicka, Da Freak, Tha Playah, Tha Creator, "The Wrong Nigga To Fuck With" (Urban Menace), "Whut 'Cha Want" (DJ Arjuna), "Commonya'll (Move Ya' Bodies)", "Ya Need Somethan'?", "Wattayacallin'me?!!" etc. (Steve Shit alias Miroslav Pajic, s.o.), "Yo, Check Thiz Out" (Da Groove Man), "Play Da Same Ol' Song (Desperados Go West)", "Yo' Bitch" und "Blow Dis House (To Da Limit)" (Nasty Django alias Marc Acardipane), "Yo, What's Up 2 The Hardcore" (Somebody From Rotterdam), "Costa Mesa Biaaatch" (Aggroman), "Fuckin' Biaaatch!" (Wendy Milan), "I Want Cha" (T-Bone Castro), "Da Kalifornia Killa" (Ron D Core), "Da Police Da Beast" (Sarin Assault) und "Whatcha' Gonna Do" (DJ Plague). Jemand, der Schwarze hasst, würde sich auch wohl kaum J-Maican Ravers nennen.

    14.
    Szenefremde, größere Plattenfirmen und sogenannte Majorlabels sowie Vertriebe wie z.B. Arcade (Thunderdome, Gabber Love XXX, Rotterdam Terror Corps - God Is A Gabber...), Sony BMG Music Entertainment (Germany) GmbH (Generation Hardcore, Resident E - A New Chapter), ZYX Music (Assi - Fred Gabberstein Loves Wilma, The World Of Gabber, Hardcore & Gabber 2006...), Control (diverse Terrordrome Compilations), BMG (Bassrave, Bunker One, 110% Hardcore Classics Vol. 1...) und EVA (Rave The City V, Hardcore 3 - Your Date With The Devil, The Dark Raver Presents 200% Hakkuh...) würden wohl kaum Tonträger mit Musik von (angeblichen) Rassisten veröffentlichen. Geschäfte wie z.B. Saturn oder Karstadt würden höchstwahrscheinlich ebenfalls keine rassistische Musik verkaufen, denn rein aus Imagegründen gesehen, wäre dies schon fatal. Außerdem wäre wohl kaum vor einigen Jahren Fernsehwerbung von CDs wie z.B. Thunderdome, Terrordrome, PCP Presents The Hardcore Champions oder Resident E ausgestrahlt worden, hätte es sich dabei tatsächlich um CDs mit rassistischer Musik gehandelt.

    15.
    Wären ehemalige und aktuelle Szeneleute wie z.B. Laurent Hô, DJ Dano, DJ Gizmo, The Dark Raver, Paul Elstak und The Speed Freak (sein Videoclip zu "The Solution" wurde übrigens im September '94 in der Sendung "Housefrau" bei Viva ausgestrahlt) Rassisten und Hardcore Techno rassistische Musik, hätten sie wohl kaum auf den bekannten Mayday-Raves aufgelegt (oder auch Hô, Elstak und The Speed Freak im Jahre 2007, letztere zwei davon im "Hardcore Gladiators"-Bereich) und würden auch Veranstalter anderer Partys sowie Großveranstaltungen (wie Nature One und Ruhr In Love) wohl kaum eigene Hardcore Techno-Bereiche (sog. Areas/Floors) bereitstellen und entsprechende DJs auflegen lassen.

    16.
    Lange bevor beispielsweise der Komiker Kaya Yanar (bekannt durch die Sat 1-Sendung "Was guckst du?!") oder das Komikerduo Erkan und Stefan das "Kanakisch" bekannt(er) machten, existierten bereits Szenetracks der frankfurter Acts Smash? und Tschabos, die diese Sprache verwendeten, wie z.B. "Smash!"/"Smash? (Nächste Station: Konstablerwache) (Original)" ("Ps, ps, wie schnell brauchst du, hä? Laaaan, isch bin korrekte Mann, isch geb dir 150. Isch geb dir korrekt, Laaan. Geb isch dir korrrekte 160. Gibst du korrekt, Lan, geb isch dir immer korrekt, weißt du, isch bin korrekte Mann."), "The Pusher (Ich geb dir immer korreckt) (Buggibuggi is Schuggi Version)" ("Isch hab' koorrekte Dope, Lan. Wie viel brauchsu? Weißt du, nimmst du Hunni, weißt du, besser korreekt, geb isch dir viel, weißt du? Korrekt, mein Haschisch is korrekt, du Alter (?), isch schwör', Lan!" etc.) oder auch "Gib mir die Bass (noch korrekter!!!)" ("Yeah, Steve Shit, mach' doch jetzt endlisch ma' Bassdrrrum, Alteeeer!"). Die Vocals stammten dabei stets vom damaligen Mitglied Hassan Annouri alias Fast H - siehe auch Punkt 2 und hier - der v.a. HipHop-mäßig aktiv ist (er bildet mit Rik Marvel die Bock Auf’n Beat Garde, die u.a. für Sido und Harris alias Deine Lieblings Rapper [sic], Afrob sowie Nico Suave produziert hat (17)), zuletzt aber nach einigen Jahren Pause am 11. April 2009 mit Marc Acardipane - der auch den Track "Bock Auf'n Beat" (Hassan Annouri feat. Sido & Harris) remixte - einen Smash?-Auftritt auf der Party "Federation-X" im Playa (Bochum) absolvierte. Später folgten Tracks und Skits des stuttgarter Acts Gabberdealers, in denen "Kanakisch" geredet wurde, so z.B. zu hören in "Yüksels Bass", "Das Weckerlied", "Auf dem Marktplatz" und "Pups vs Pups" (Download). Neonazis und deutsche Nativisten würden wohl kaum eine solche Sprache in ihren Tracks benutzen. Isch schwör', moruk! ;-)

    17
    Wären Paul Elstak, Lenny Dee und DJ Gizmo Rassisten, hätte sie H.P. Baxxter von Scooter wohl kaum im Jahre 1994 in dem Track "Hyper Hyper" aufgezählt.

    Neonazistische und vermeindlich neonazistische Musiker und Tracks
    Sicherlich, in der Gabberszene gibt es Musiker mit, für manche Leute (nicht nur Außenstehende) fragwürdig erscheinenden Pseudonymen wie Powerstation Holocaust und DJ Skinhead, doch darf man auch in solchen Fällen jenen Leute nicht voreilig eine neonazistische Gesinnung unterstellen! So veröffentlichten Powerstation Holocaust u.a. auf dem niederländischen Label 80 Aum Records, dessen Mitbegründer Jayant Edoo alles andere als "arisch" im Sinne der Nationalsozialisten ausschaut und dessen Partner Patrick van Kerckhoven (alias Juggernaut/DJ Ruffneck, dem späteren Gründer von Ruffneck Records, siehe auch Punkt 6 und 7) ein Antirassist ist und benutzten einst im Track "Autopsy" - der auch für die 97'er CD-Compilation Megarave lizenziert wurde, auf der u.a. auch Rotterdam Terror Corps und Steve Shit vertreten sind, siehe auch Punkt 2 und 13 - die Vocals "We are Powerstation Holocaust, nothing more!" (Wir sind Powerstation Holocaust und nicht mehr!), die möglicherweise an vorurteilsbehaftete Leute gerichtet sind. Der Name DJ Skinhead sagt ebenfalls nichts über eine angebliche neonazistische Gesinnung aus (man studiere auch einmal die Mitglieder - z.B. The Horrorist, siehe auch Punkt 12 und weiter unten -, die Diskographie sowie das Hakkerz-Interview mit Lenny Dee), zumal Skinheads ohnehin keine Rassisten sind.

    Als weitaus gewagter oder geschmacklos könnte man dagegen Tracks wie "Time To Die (Chapters 1-3)" (mit einer rückwärtsabgespielten Rede Adolf Hitlers: "In dieser Stunde war ich verantwortlich für das Schicksal der deutschen Nation und damit des deutschen Volkes oberster Gerichtsherr." und weiteren, kürzeren Vocalsamples) von The Speed Freak (siehe auch Punkt 11 und 15, The Speed Freak äußerte sich dazu auch 1997 in der Bembelterror-Sendung bei Radio-X, zu hören ab der 20:55 Min.), "Hart wie Kruppstahl" (mit einem Adolf Hitler-Zitat über die Hitlerjugend: "Flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl.") sowie der unbetitelte B2-Track der Platte "Bootleg EP" (dieser enthält das gleiche Hitler-Zitat und das zusätzliche "Wir sind entschlossen, ein neues Geschlecht heranzuziehen." sowie Gebrüll einer Menschenmasse, das möglicherweise "Heil" lautet) von BSE DJ Team, "Holocaust" von Ralphie Dee bzw. DJ Oblivion (beide Tracks enthalten keine Stimmen von Nationalsozialisten, der Track von Ralphie Dee enthält Vocalsamples, die möglicherweise aus dem Fernsehen stammen, der Track von DJ Oblivion enthält welche aus dem Horrorfilm "Hellraiser: Bloodline": "This is a holocaust... Waiting to wake itself."), "Krieg ??" sowie "Totaler Krieg" (beide Tracks enthalten das bekannte Zitat "Wollt ihr den totalen Krieg?" von Paul Joseph Goebbels) von Cut-X (zu hören ab der 22:18 Min. in der Bembelterror-Sendung bei Radio-X über The Speed Freak; Cut-X hat das Zitat sowie Melodien wiederum aus Rödelheim Hartreim Projekts "Krieg" gesamplet) bzw. DJ Totschläger feat. MC Primitiv Shit (siehe auch Punkt 5), "Dreams Of Transcendence" ("Träume der Überlegenheit", enthält eine längere Rede von Adolf Hitler: "SA, SS, Heil! Die große Zeit ist jetzt angebrochen. Deutschland ist nun erwacht. Die Macht haben wir nun in Deutschland gewonnen, nun gilt es das deutsche Volk zu gewinnen. Ich weiß es, meine Kameraden, es ist euch wohl oft schwer gefallen, wenn ihr meintet, es müsse doch nun ein Wandel kommen und er kam nicht und immer wieder muss der erneute Appell gerichtet werden: Es muss weitergekämpft werden! Es geht nicht! Ihr dürft nicht handeln! Ihr müsst gehorchen! Ihr müsst euch fügen! Ihr müsst euch diesem (???) Zwang beugen!! Sieg Heil.") und "Herrefolk" ("Herrenrasse", ebenfalls mit einem Zitat Adolf Hitlers: "Es lebe unsere Bewegung! Es lebe unser deutsches Volk!" und einem Sample eines NS-Lieds) von Lord Lloigor (der übigens im International.Core.Community-Forum keinen rassistischen Eindruck hinterließ (Benutzertitel z.B. "dj paul's secret son", angelehnt an ein Pseudonym von Paul Elstak, siehe auch Punkt 2) und dessen Tracks "Ray Of Darkness" von ANC (Anti Nazi Core, siehe Punkt 6) sowie Gabba Front Berlin und "Herrefolk" von 5xpi alias Inapt geremixt wurden und desweiteren Tracks von ihm u.a. auf den antirassistischen Labels United Speedcore Nation und Rotello Presents veröffentlicht wurden) oder die EP "Wehrmacht" (ohne nationalsozialistische Vocalsamples) von Delta 9 ansehen. Doch deuten auch in diesen Fällen Tracks, Namen und Samples (manche der o.g. Musiker sampleten übrigens auch Vocals von schwarzen Rappern und antirassistischen Szenemusikern, siehe hier) nicht auf eine angebliche neonazistische Gesinnung des Musikers, sondern sind sie ausgewählt worden, weil die teilweise martialischen Stimmen in den Augen der Musiker gut zur Musik passen oder vielleicht um zu provozieren oder um auf sich aufmerksam zu machen. Sicherlich ist dies gewagt, unter Umständen auch kontraproduktiv für die Gabberszene und erst recht nicht jedermanns Sache, dennoch muss man hier ebenfalls vorsichtig mit plumpen Falschbeschuldigungen sein! Manche Punks trugen früher auch Swastikas (Hakenkreuze), aber wohl kaum weil sie Neonazis waren, sondern vielmehr um die Masse zu provozieren. Wie leicht dies ist, zeigte 2005 ebenfals der deutsche Gangsta.Rapper Fler ("NDW 2005") vom berliner Label Aggro Berlin, desse Verantwortlichen auch alles andere als rassistisch sind, jedoch damals mit ebensolchen (absurden) Vorwürfen konfrontiert wurden.

    Im Internet (z.B. bei Internet-Tauschbörsen wie KaZaA) tummeln sich jedoch tatsächlich rassistische Hardcore Techno-Tracks wie "Sieg Heil", "Kut Marokkanen" (Scheiß Marokkaner), "Sieg Heil kanker zwarten" (Sieg Heil, schwarzes Krebsgeschwür) und "American History X 2004", die bis auf letzteren Track (dieser stammt offenbar von BIGFoot), laut der Dateinamen von den niederländischen Hardcore Techno-Acts Neophyte bzw. Rotterdam Terror Corps stammen sollen. Für Leute, die sich nicht auskennen, sind solche Fake-Tracks (und abstruse, mit Lügen und Propaganda versehene, neonazistische "Gabanir"-Onlinevideos) dann natürlich ein weiterer "Beweis" dafür, das Gabbers Neonazis seien und Hardcore Techno deren rassistische Musik sei. Jeder, der jedoch über Neophyte und Rotterdam Terror Corps ein wenig Bescheid weiß, weiß natürlich, das solche Tracks nicht von ihnen stammen, sondern absichtlich unter ihrem Namen ins Netz gestellt werden, damit sie sich rasch verbreiten und/oder um den entsprechenden Leuten zu schädigen. Produziert werden solche Tracks möglicherweise von Leuten wie DJ Panzerfaust, Ragnarok, Kale Vandalen oder DJ Adolf. MC R.A.W. von den Rotterdam Terror Corps würde jedenfalls keinen "White Power" Track als Schwarzer produzieren und Neophyte haben selbstverständlich mit Neonazismus und einem "Sieg Heil"-Track (der Fake-Track stammt ungefähr aus dem Jahre 2001) ebenfalls nichts zu tun, was sie auch damals (und später auch ein weiteres Mal, s.u.) ausdrücklich auf ihrer Website und in diesem Teil eines Interviews (wahrscheinlich wurde es mit Neophyte-Mitglied Jeroen Streunding alias DJ Neophyte geführt, verfügbar war es vor längerer Zeit auf Gabberstyle.com) klargestellt haben:

    "You know those stupid rumours saying that you guys are "right radical" - please state your answer to all those stupids ou [sic] there once more.
    I am getting sick and tired of this. In Holland there is a guy who thought he was funny and put a racist track on the internet to download with our name on it.All I can say is that we found out who really made this track and that he is gonna hang. We know who you are mutha.... You can run and run.... So, to make everyting clear, we hate EVERY form of rasicm, right wing, terrorist bullshit. You really think my last records was made together with a black guy when I hate black people?"

    Übersetzung:
    Ihr kennt diese blöden Gerüchte, die besagen, das ihr "rechtsradikal" seid - Bitte gebt noch einmal für alle Dummen da draußen eine Antwort.

    Ich werde noch wahnsinnig davon und habe es satt. In den Niederlanden (wortwörtlich "Holland", was aber nicht korrekt ist, da dies nur ein Teil der Niederlande ist) gibt es einen Typ, der dachte, er wäre witzig und einen rassistischen Track unter unserem Namen zum runterladen ins Internet gestellt hat. Alles, was ich dazu sagen kann, ist, das wir herausgefunden haben, wer diesen Track wirklich gemacht hat und er erhängt wird. Wir wissen, wer du bist, Huren....(sohn). Du kannst rennen und rennen.... Also, um es klarzustellen: Wir hassen JEDE Form von Rassismus, rechtsradikalem, terroristischem Scheißdreck. Glaubst du wirklich, das meine letzten Platten zusammen mit einem Schwarzen entstanden wären (gemeint sind offenbar MC Ruffian und/oder The Viper), wenn ich schwarze Menschen hassen würde?

    Desweiteren äußerte sich Jeroen Streunding am 26. Januar 2007 in einem Interview von Partyflock noch einmal zu dieser Angelegenheit:
    "Welke roddel of wel gerucht over jezelf zou je bij deze graag de wereld uit willen helpen?
    Ik had mezelf voorgenomen het er nooit meer over te hebben maar oké: dat racistische nummer, dat op internet ronddwaalt, is natuurlijk niet van mij. Ik ben nog steeds op zoek naar degene die me dit heeft geflikt. Zelf is 'ie niet stoer genoeg om zich te melden, dus tips van jullie zijn altijd welkom."

    Übersetzung von Enra Farg:
    Welchen Klatsch oder welches Gerücht über dich hättest du gerne aus der Welt geschafft?

    Ich habe mir zwar vorgenommen, darüber nicht mehr zu sprechen, aber OK: Diese rassistische Nummer, die im Internet kursiert, ist natürlich nicht von mir. Ich bin noch immer auf der Suche nach demjenigen, der mir das angetan hat. Er selbst ist nicht stark/cool genug, sich zu melden, darum sind Tips/Hinweise von euch jederzeit willkommen.

    Auch sagte Streunding in einem UK Scene-Interview vom 24. Januar 2007, das er u.a. Musik von (schwarzen) Rappern/Acts wie Nas und N.W.A. (Niggaz With Attitude) hört:
    "6, What CD do you have in your car at the minute?
    My wife and me went to London last weekend, I always go to your HMV and Virgin and all that, we don't get such big music stores in Holland. Its [sic] good now with the January sales in the UK, I bought loads of CD's. In the car I play CD's i bought there now, an old NWA album, a Bjork album, Muse, an 80's 12' CD collection, the new NAS, and the best of Oasis haha. Quite diverse that is, yes.... I like to change my music in the car a lot. I listen to everything, from death metal to Dutch folksongs."

    Übersetzung:
    6. Welche CD hast du momentan in deinem Auto liegen?

    Meine Frau und ich waren letzte Woche in London, ich besuche immer eure HMV- und Virgin-Geschäfte usw., in den Niederlanden (wortwörtlich: "Holland", was aber nicht korrekt ist) haben wir keine solcher großen Geschäfte. Die Verkäufe vom Januar in Großbritannien sehen gut aus, ich habe viele CDs gekauft. Im Auto spiele ich CDs, die ich nun dort gekauft habe: Ein altes NWA-Album, ein Björk-Album, Muse, eine 80'er 12-CD-Kollektion, die neue CD von Nas und eine "Best Of Oasis", haha. Ganz schön verschiedene Musik, ja.... Ich mag es, meine Musik oft im Auto zu wechseln. Ich höre alles, von Death Metal bis hin zu niederländischen Folkliedern.

    Auf der Neophyte-Website ist außerdem zu lesen:
    "I found an mp3 called "Neophyte - Sieg Heil". Are you a bunch of nazi's?!
    We were hoping we could finally close this chapter once and for all, but since people still keep asking us about it; here we go again: We have never made that track and we don't want have anything to do with it. We also don't know who made it, but he/she renamed it to Neophyte and spread it over the internet to ruin our name. Face it; any idiot could make a track, rename it to some artist and upload it on the internet. That doesn't mean it was really made by that artist. And if we were nazi's, we wouldn't have played on the anti-racism event "Hardcore United" in 2005, neither would we have worked together with non-white people such as MC Ruffian, The Viper, DJ Paul, The Prophet etc etc etc. We're really sick of having to take responsibility for that track again and again."

    Übersetzung:
    Ich fand eine MP3 names "Neophyte - Sieg Heil". Seid ihr ein Haufen Nazis?!

    Wir haben gehofft, das wir dieses Kapitel endlich ein für alle Mal abschließen könnten, aber da uns die Leute immer noch darüber fragen; hier noch einmal: Wir haben diesen Track nie gemacht und wir wollen nichts damit zu tun haben. Wir wissen auch nicht, wer ihn gemacht hat, aber er/sie benannte ihn zu "Neophyte" um und verbreitete ihn im Internet, um unseren Namen zu ruinieren. Machen wir uns doch nichts vor; jeder Idiot könnte einen Track machen, ihn zu irgendeinem Interpreten umbenennen und ihn im Internet hochladen. Das bedeutet nicht, das er wirklich von diesem Interpreten gemacht wurde. Und wenn wir Nazis wären, wären wir nicht 2005 bei der Anti-Rassismus-Party "Hardcore United" (siehe Punkt 5) aufgetreten, auch hätten wir nicht mit nicht-weißen Leuten wie MC Ruffian, The Viper, DJ Paul, The Prophet etc. etc. etc. zusammengearbeitet. Wir sind echt wahnsinnig davon geworden, immer und immer wieder für diesen Track geradestehen zu müssen.

    Wären Neophyte Neonazis, hätten sie außerdem wohl kaum im Jahr 2005 eine gefilmte Szene mit dem schwarzen Rapper Cappadonna mit auf ihre DVD "13 Jaar Terreur - De eerste Egotrip op DVD" gepresst. Darüberhinaus haben Neophyte (alias Bodylotion/Masters Of Ceremony) und DJ Neophyte in einigen Tracks Vocalsamples aus Tracks von schwarzen Rappern und Gruppen wie z.B. Public Enemy, Kool DJ, Busta Rhymes feat. Lord Mercy und Tha Alkaholiks benutzt. Siehe auch meine Cover- und Sampledatenbank.

    Im Internet kursiert desweiteren ein angeblicher Angerfist-Track mit dem Namen "Ubermensch" [sic], inklusive einem Videoclip. Der wahre (nicht rassistische) Track, der sich hinter diesem Titel verbirgt, ist merkwürdigerweise kein selbst produzierter, sondern "Earthquake" von Art Of Fighters aus Italien. Weitere Track- und Videoclipfälschungen findet man auch unter den Namen "Rotterdam Terror Corps" und "DHT" (Danger Hardcore Team).

    Der Track Tausendjähriges Reich von Vojeet bezieht sich auch nicht auf nationalsozialistische Propaganda (die Nationalsozialisten adaptierten den Begriff), sondern auf die im Track gesampleten Stimmen, die offenbar aus einem Anime (japanischer Zeichentrickfilm) namens "Naru Taru" von Mohiro Kitoh stammen:

    "Verletzt du dich selbst, um in die Welt zu passen, oder verletzt du die Welt, damit sie dir passt? Also, ich würde die Welt so verändern, das sie mir passt. Das kann ich inzwischen. Ich werde eher ein tausendjähriges Reich erschaffen. Ich bin der König und du die Königin. Doch erst mal werden wir ca. 5. Milliarden Menschen umbringen. Diese Welt ist zu ungemütlich (?) geworden, die Gesellschaft wird viel einfacher. Elektrizität und fließendes Wasser braucht man doch nicht. Wir schaffen wieder eine schlichte, ursprüngliche Agrargesellschaft. Ich muss Selektionsmethoden bringen. Ärzte und Intellektuelle, die Reichen und Gebildeten - die ganze Sorte bringen wir um. Und alle Leute mit Uniabschluss. Ärzte [???] zu/so schwach und hat eh keinen Lebenssinn. Den Rest testen wir auf physische Ausdauer mit endlosen Märchen und mit Essen und Trinken. Und zum Schluss haben wir eine gesünde [sic] Gesellschaft."

    Beim Speedcore-Track "Die Nigga Die" (Stirb, Nigger, stirb) von Komprex und Frazzbass, handelt es sich ebenfalls nicht um einen rassistischen Track (genauso wenig wie Frazzbass "White Noise Power (Live In Roggwill)", siehe auch Weißes Rauschen, engl. "White noise"), wie man es aufgrund des Namens vermuten könnte. Der Track enthält nämlich Samples (Vocals und teilweise auch Pistolenschüsse im Hintergrund) aus "Me And My Girlfriend" des schwarzen Rappers Makaveli alias 2Pac. Der Text lautet wie folgt:

    "What? Im bustin' on you punk ass niggers! Run, nigger, run! I'm on your ass, nigger! Run, nigger! Duck and hide! Im' bustin' on all you bitches! Run, nigger! Yeah! Westside! Uh, uh, uh. Die, nigger, die!"

    Beim Track "Mission Extacy" von The Horrorist, der den folgenden, für manche Leute vielleicht falsch zu interpretierenden, Songtext:

    "I said: "Yo Rob, you stupid nigger! We got bicycles.
    My man's in Brooklyn, how we gonna get there?"
    He said: "Yo, let's go to Lisa's, she'll give us a ride."
    I was like: "Yeah?" He's like: "Yeah, she'll give us a ride.""

    enthält, handelt es sich ebenfalls nicht um einen rassistischen Track. Rob, der "dumme Nigger" (stupid nigger) ist nämlich, wie man sehen kann, in dem fiktiven (?) Songtext ein Freund oder Kollege des Erzählers, dessen Stimme ebenfalls von The Horrorist stammt. Ruffnecks (alias Juggernaut, siehe auch Punkt 6 und 7) und Mindustries' "Xenophobia" ist ebenfalls kein Track mit xenophobischem (ausländerfeindlichem) Inhalt.

    Die rassistischen Niederländer der Website Holland Hardcore (weitere Infos über diese Seite und neonazistische Tracks in Niederländisch findet ihr hier unter "Szene und Partys") repräsentieren selbstverständlich auch keine echten Gabbers!

    Quellen

  • (1) - Martijn Mobron (DJ X-Ess) per E-Mail
  • (2) - Raveline-Interview mit Marc Acardipane vom Juni 2006
  • (3) - Raveline-Interview mit Paul Elstak vom 1. November 1995
  • (4) - Raveline-Interview mit Paul Elstak vom 1. September 1999
  • (5) - Miro Pajic-Interview von Analogik vom 7. Februar 2013
  • (6) - Vermutung aufgrund der bürgerlichen Namen im Booklet der CD-Compilation "A Nightmare In Germany - The Third", Bestätigung von Sascha Blank (Corestyle Entertainment), der die beiden Brüder persönlich kennt
  • (7) - Hassan Annouri-Kurzbiographie von Thomas Pogadl
  • (8) - Beitrag im Hardtalkforum (mittlerweile nicht mehr online), Bestätigung von Sascha Blank (Corestyle Entertainment), der The Prophet selbst kennengelernt hat
  • (9) - Marc Trauner (Marc Acardipane) per E-Mail
  • (10) - Frontpage-Interview mit Paul Elstak (Ausgabe 08/1996)
  • (11) - Info sowie erstellte GIF-Datei in Hebräisch von Refoyl Finkl per E-Mail
  • (12) - Künstlerinformation bei Krachcom
  • (13) - Englischer Wikipedia-Artikel über Z'EV
  • (14) - Wikipedia-Artikel über den Fußballverein Ajax Amsterdam
  • (15) - SomethingJewish, Guess Who's Jewish? etc.
  • (16) - Marc Trauner (Marc Acardipane) im Forum Hardcoreboard
  • (17) - Rap.de-Interview mit Fast H vom 20. Mai 2006

    Generelle Quelle für Tracks und Songtexte:

  • Eigene Tonträgersammlung und Discogs

    © 2008 - 2014 www.Gabbers-gegen-Rassismus.de

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